 | | Evolution, USA 2001. R: Ivan Reitman, B: Don Jakoby, David Diamond, David Weissman, P: Ivan Reitman, Daniel Goldberg, Joe Medjuck, K: Michael Chapman, S: Sheldon Kahn, M: John Powell, D: David Duchowny, Julianne Moore, Orlando Jones, Sean William Scott. Columbia TriStar, 19. Juli 2001.
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Ein gewaltiger Dünnschiß Am Anfang verfolgen wir einen Meteoriten bei seinem Eintritt in die Erdatmosphäre. So sieht also eine Sternschnuppe von Nahem aus. Ein schönes Bild, irgendwie beeindruckend, ordentliche Tricktechnik. Ab da wird's unschön, und am Ende wird die Computeranimation einen unförmigen braun wabernden Fleischberg von kilometergroßen Ausmaßen geschaffen haben, der nur noch durch ein gigantisches Arschloch an ein tierisches Wesen erinnert.
In dieses werden die Helden mithilfe eines Feuerwehrleiterwagens größere Mengen Antischuppenshampoo Marke "Head and Shoulders" spritzen, worauf der Fleischberg Dünnschiß bekommt. Der entlädt sich natürlich über dem in einem solchen Film obligatorischen Komiker schwarzer Hautfarbe. "Evolution" ist ein häßlicher Film. Man weiß nicht, ist es das fahle Licht, in das er getaucht ist, oder die Geschmacklosigkeit der Handlung und der Dialoge, die auch die Bilder schleißig und hingerotzt wirken läßt. Daß die optische Unerfreulichkeit der Bilder möglicherweise dem Originalskript geschuldet ist, das nicht für eine Komödie, sondern für ein Science-Fiction-Drama in der Tradition von 50erjahre B-Movies wie "Invasion vom Mars" verfaßt war, würde nur die Halbherzigkeit des neuesten Projekts von "Ghostbuster"-Regisseur Ivan Reitman unterstreichen. Der Meteorit schlägt in der Wüste von Arizona ein und führt Mikroorganismen mit sich, die in kürzester Zeit zu komplexen Lebewesen mutieren. Ein riesiges Armeeaufgebot versucht ihre Ausbreitung zu verhindern, aber der befehlshabende General ist ein Betonkopf und setzt Napalm ein, was zu einer noch rasanteren Mutation führt. Allein eine kleine Schar von mutigen Wissenschaftlern findet heraus, daß sich die Evolution der Aliens nur mit Schuppenshampoo stoppen läßt. Das hätte eine hübsche kleine Genre-Parodie werden können, aber darauf hat Reitman sich nicht verlassen. Humor ist hier fast nie etwas anderes als sexistisch, rassistisch oder fäkalistisch. Beispielhaft: Dem Schwarzen ist ein großes Alieninsekt unter die Haut gekrochen. Es läßt sich nur entfernen, indem der Arzt ihm seinen Arm in den Hintern einführt: "Leider keine Zeit, noch Gleitmittel zu besorgen." Der Schwarze rastet aus, natürlich nicht nur vor Schmerzen, sondern weil ein Mann ihm etwas hinten rein gesteckt hat. Darüber hinaus stößt die uninspirierte Mischung von Horror-, Science-Fiction- und Komödien-Elementen vor den Kopf. Die Schockmomente, ausgelöst von diversen computeranimierten Lebewesen, stehen gleichberechtigt neben der Komik, so daß der Schrecken nicht in Humor auf-, sondern einfach vom nächsten platten Gag abgelöst wird. Das große komische Potential, das in den aufwendig designten Aliens liegt, wird dagegen kaum genutzt. Man war sich nicht einmal zu doof, Dinosaurier in die extraterrestrische Evolutionskette einzubauen, die dann ihr Unwesen in der Shopping Mall treiben dürfen. Alles schon mal gesehen, nur besser. Wie kürzlich in der Zeitung zu lesen war, hat Columbia Pictures in den USA für seine Produktionen mit frei erfundenen Pressezitaten geworben. Daß während der Pressevorführung von "Evolution" eine Gruppe von Leuten alle paar Minuten lauthals losgelacht hat, läßt die Vermutung zur Gewißheit werden, daß sie auch Claqueure einsetzen. Sie wissen nur zu gut, was für einen Dünnschiß sie uns hier verkaufen müssen. Dirk Schneider A propos "Evolution":
Die Wertungen sind durchgehend miserabel ausgefallen, und es lohnt sich auch kaum, andere Besprechungen zu lesen, da der Film so wenig bietet, woran sich wenigstens ein engagierter Verriss entzünden ließe. Über die Panspermia-Theorie, die davon ausgeht, daß das Leben auf der Erde wie in "Evolution" beschrieben entstanden ist, (wir also selbst Aliens sind?), gibt es mehr zu erfahren unter www.genarts.com.
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