 | | The Score, USA 2001. R: Frank Oz, B: Kario Salem, Lem Dobbs, Scott Marshall Smith, P: Kathleen Courtney, Bernie Williams, D: Robert De Niro, Edward Norton, Marlon Brando, Angela Bassett. Constantin Film, 9. August 2001
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Millionenfressen im besten Licht "The Score" ist Kunsthandwerk: Mit der Geschmackssicherheit seines Set-Designs bereichert er denen das Leben, für die es nichts Größeres gibt, als wohlgestaltete Oberflächen. Regisseur Frank Oz hat um alles Hässliche und Laute einen weiten Bogen gemacht und dabei nichts riskiert als die Langeweile. Selbsternannte Ästheten werden dezenten Jubel von sich geben. So unaufdringlich will dieser Film sein, daß es penetrant wird. Nick (Robert De Niro) ist Meisterdieb und Jazzclub-Besitzer in Montreal. Gerade will er sich mit seiner Freundin (Angela Bassett) zur Ruhe setzen, als er sich von seinem Geschäftspartner Max (Marlon Brando) noch zu einem letzten Coup überreden läßt, um seinen Wohlstand auch für den Lebensabend zu sichern. Es geht um ein mittelalterliches, französisches Zepter, das schwer bewacht in der Zollbehörde liegt. Dort arbeitet Jackie (Edward Norton), ein junger Dieb, getarnt als geistig behinderte Putzkraft. Er soll Nick Eintritt verschaffen. Nicht nur die Besetzung lässt Connaisseure, noch so eine Spezies, die Zielgruppe dieses Films sein dürfte, einen Ständer kriegen. Nicks Leidenschaft ist außer dem Knacken von Tresorschlössern das Kochen, im Club tritt Cassandra Wilson auf, das Interieur ist dunkles Holz und grob behauener Stein, die Beleuchtung indirekt, der Himmel über Montreals Kopfsteinpflasterstraßen bewölkt, die Zeitungsverkäuferin grüßt mit "Bonne journee", ächz. Jede Szene wird mit einer gleitenden Kamera eröffnet, die sich ganz sacht den Darstellern nähert, um bloß nicht indiskret zu wirken. Die drei Stars werden für ihre Namen bezahlt. Ihre Rollen verlangen ihnen nicht mehr ab, als ihre Millionenfressen in bestes Licht zu halten. Und Nortons platte Behinderten-Performance dürfte den selbsternannten "Kennern" für mehrere Stehpartys Gesprächsstoff zum Thema "Schauspielkunst" liefern. Ansonsten gibt das Thema die Struktur weitgehend vor. Zwei Drittel gehen drauf für die Vorbereitungen des Einbruchs. Die technischen Details sind dabei nicht wirklich verständlich, es geht immer wieder darum, die Schönheit und Funktionalität von High-Tech-Gerät vorzuführen. Hier sind schließlich Edel-Räuber am Werke, keine Verbrecher, sondern "Sportsmen" auf der Höhe der Zeit. Weniger elegant wirken die Szenen, auf die ein moderner Thriller nur noch schwerlich verzichten kann: Einer sitzt vor dem Computerbildschirm, und man muß an seinem Gesicht ablesen, was er gerade Virtuoses auf der Tastatur zu Stande bringt. Es gibt noch ein bißchen psychologisches Geplänkel zwischen den ausführenden Dieben. Beide sind Gewinnertypen, und man ahnt schon, daß es am Ende zu einer Entscheidung zwischen ihnen kommen muss. Das ist der alte Clou. Jackie wird versuchen, Nick zu linken und mit der Beute abzuhauen, aber Nick wird Jackie ein falsches Ei ins Nest legen und als letzter lachen. Ok, Oz hat es riskiert, zu langweilen, und dabei auch auf große Kinogeschütze verzichtet. Es gibt eine einzige Explosion, keine Schußwechsel, keine Verfolgungsjagd. Das kann man ihm danken, muß man aber nicht, denn: Warum sollte man sich diesen Film überhaupt ansehen? Dirk Schneider A propos "The Score": "Soweit man kein eingebildeter Snob ist, in dessen Kopf sich selbst der Schall hart tun würde, legt man sich so ein Attribut natürlich nicht selbst zu." Sagt Herr Thomas Voigt, der als "Ästhet" ins Telefonbuch eingetragen ist, und auf seiner Homepage ein gutes Beispiel von Ästheten-Geschwurbel bietet. Lana Marks hat die Handtaschen entworfen, die Angela Bassett im Film trägt. Wir empfehlen einen Einblick in ihr Geschäft in Palm Beach.
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